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Mitgliederbrief – 21.06.2011
Liebe Mitglieder,
wir hören und lesen jeden Tag, dass die Anwohner des östlichen Main-Taunus-Kreises, des Vordertaunus‘ und der Stadt Mainz sowie des Mainzer Umlands gegen die derzeitigen und gegen die geplanten Flugrouten massiv vorgehen. Sie tun damit das, was wir am Untermain und besonders wir Flörsheimer schon vor einigen Jahren gemacht haben. Damals haben wir bei stillen Protesten und öffentlichen Veranstaltungen darum gebeten, sich ebenso wie wir gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu engagieren. Doch bis vor Kurzem dachten viele Bürgerinnen und Bürger der genannten Regionen, dass der Ausbau ihnen nur Vorteile bringe, an den Fluglärm dachten sie nicht. Jetzt, wo Flugzeuge in der Landeschleife sie in mehr als 2000 Metern Höhe überfliegen, werden Bürgerinitiativen gegründet und wird über Klagen gegen die Fraport nachgedacht.
Uns kann das nur recht sein. Wir brauchen viele Menschen, die zu sagen beginnen, es reicht mit diesem Flughafen oder sogar sagen, es ist jetzt schon zu viel. Denn dann wird sich die Politik bewegen müssen, schließlich sind Protestierer nur selten geneigt, die alten Strukturen zu verfestigen. Berlin und Frau Merkel haben gezeigt, zu welchem Schwenk selbst Volksparteien in der Lage sind, wenn die Mehrheit der Bürger gegen menschenfeindliche Bauwerke aufzubegehren beginnen. Und die Landebahn Nordwest ist ein solches Bauwerk, es hat Natur zerstört und die darauf landenden Flugzeuge werden Menschen krank machen.
Wir Flörsheimer, die wir durch Tiefflüge auf die neue Landebahn bei Ostwetterlage extrem belastet werden, können zur Zeit nichts anderes tun, als uns auf die Situation ab dem 21. Oktober 2011 vorzubereiten, der Vorstand des Vereins Für Flörsheim e. V. ist damit beschäftigt, eine wirklich starke Veranstaltung gemeinsam mit der Stadt Flörsheim im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Beine zu stellen“. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 23. August 2011, 20 Uhr, in der Flörsheimer Stadthalle werden wir über die geplanten Aktionen berichten. Bitte notieren Sie sich schon heute diesen Termin, da wir zu gegebener Zeit nur über die regionale Presse und nicht durch einen weiteren Mitgliederbrief nochmals darauf hinweisen.
Aktuell möchten wir Sie darüber informieren, dass wir eine Lärmmessanlage auf dem Anwesen Astrid und Ralf Rupp in der Nähe der Kreuzung Rheinallee/Weilbacherstraße installiert haben. Sie ist seit dem 10. Juni im Internet auf unserer Homepage www.fuer-floersheim.de, Lärmmessung „Flörsheim“, zu finden. Wir bitten um Beachtung. Die Lärmmessanlage wird uns in den nächsten vier Monaten hauptsächlich die Abflüge der schweren Maschinen nach Norden und Nordwesten aufzeichnen. Ab dem 21. Oktober um 14.30 Uhr und wenn das erste Flugzeug auf der Nordwestbahn von Westen her landet, wird sich das Bild der Lärmwerte gewaltig ändern. Auf der bereits genannten Veranstaltung wird uns Herr Weise vom Deutschen Fluglärmdienst berichten, wie die Lärmkarten zu lesen und auszuwerten sind.
Der Vorstand Ihres Vereins ist sicher, dass unser Weg gegen die hohe Lärmlast noch nicht zu Ende ist, zu sehr werden wir Flörsheimer von der neuen Landebahn verlärmt, Gesundheitsschäden werden die Folge sein. Denn auch wenn die Flugzeuge von Osten her landen und sie dann über die westliche Autobahn/ICE-Brücke rollen werden wir das unaufhörliche Grollen der Triebwerke hören. Denken Sie bitte daran: Wir haben seit mehr als zehn Jahren Klagen geführt und sehr viel Geld dafür ausgegeben und mancher sagt wofür, ihr habt ja nichts erreicht. Aber immer noch sind die Klagen unserer 23 Musterkläger ebenso wie die Klage der Stadt Flörsheim nicht entschieden, warten wir sie ab. Aber ganz gleich wie sie ausgehen, in den nächsten Jahren wird es darum gehen, den krankmachenden Lärm über Flörsheim abzuwenden, denn keine Stadt in Deutschland wird so niedrig überflogen wie wir. Ob wir das schaffen ist nicht sicher, auf jeden Fall ist es wert, gemeinsam mit unseren Anwälten dafür zu kämpfen.
Nur durch Ihre Solidarität und Mitgliedsbeiträge können wir diesen Kampf bestreiten. Unsere Arbeit ist noch längst nicht getan.
Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer und alles Gute.
Der Vorstand
Hans Jakob Gall
Vorsitzender |
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